Eigene Designprodukte // Schritt 3 - So wählst du die Marketingkanäle für dein neues Designprodukt

Das Großartige an deinem eigenen Designprojekt ist, dass du alles machen kannst, was du willst. Jeder Schritt und jede Entscheidung fällst du alleine und genauso, wie du willst. Auch ist die Auswahl an Marketingkanälen für dein neues Designprojekt riesig. Eine Website, Instagram, Pinterest, Blog, Newsletter – such dir was aus! Dazu kommt, dass durch deine Berufserfahrung die Umsetzung dieser Kanäle nicht mal schwer ist. Ein neues Webdesign, ein gut gestaltetes Instagram-Profil, coole Pins, schicke Grafiken für den Blogbeitrag – wahrscheinlich machst du das für deine Kunden sowieso ständig. Warum nicht auch für dich?

Und genau da fangen die Probleme für uns Designer auch schon an. Denn nur weil du alle diese Marketingkanäle einrichten, gestalten und pflegen kannst, heißt es noch nicht, dass es auch der richtige Weg für dein neues Designprodukt ist. Darum heißt die Frage für Schritt 3 in diesem Selbstversuch:

Wie findest du heraus, welche Marketingkanäle zu deiner Designidee passen?

Vielleicht wunderst du dich, warum ich mich schon so früh mit der Marketing-Frage beschäftige. Immerhin habe ich ja noch nicht mal ein fertiges Designprodukt. Kann das Marketing nicht warten?

Nein, kann es nicht.

Oder besser gesagt, die Umsetzung des Marketings kann schon noch warten, aber die Entscheidungen müssen jetzt schon getroffen werden. Denn diese Planungen sind wichtig für die gesamte Grundstruktur und meine Ziele. Wenn ich jetzt schon entscheide, dass ich für mein Designprojekt einen Blog haben will, dann muss ich das bei der Auswahl der Website- oder Shop-Plattform mitbedenken. Was muss die Plattform können und was nicht? Oder ich will einen großen Fokus auf Social Media legen, dann muss auch das beim Konzept für die Website bedacht werden. Es hat Einfluss auf mein Design.

Klar kann man das auch später hinzufügen. Ist aber ätzend! (Du kennst diese Kundenaufträge, die kein Ende nehmen: Nur noch eine Änderung … eine Ergänzung … eine kleine Sache, die jetzt doch anders sein soll … Das willst du nicht für dein eigenes Projekt.)

Aber zurück zu deinen Marketingkanälen:

Jetzt kannst du sagen, dass du einfach die Kanäle und Wege wählst, die du am liebsten magst. Immerhin musst du die ja auch gut finden und Lust haben, dich damit die nächsten Wochen, Monate und Jahre auseinanderzusetzen.

Diese Strategie ist aber zu kurz gedacht.

Denn es geht wie immer beim Marketing nicht um dich, sondern um deine potenziellen Kunden. Das du Insta magst, ist prima, aber wenn deine Kunden nicht auf Instagram unterwegs sind, dann kannst du dir die Arbeit sparen. Und Marketing macht verdammt viel Arbeit. Das wissen wir beide.

Dein und mein Ziel ist es, mit dem Designprodukt Geld zu verdienen.

  • Also muss die erste Frage eigentlich heißen:
    Welche Marketingkanäle passen zu deinen Kunden?
  • Direkt gefolgt von:
    Welche Marketingkanäle machen dir die Arbeit leichter, weil du sie mehrfach nutzen kannst?
  • Und erst dann:
    Welche der übrig gebliebenen Kanäle magst du?

Mit diesem drei Fragen gehe ich nun ins Rennen und finde heraus, was zu mir und meinen Meerschweinchen-Designprodukten passt.

Zwischen welchen Marketingkanälen kannst du denn wählen?

Um herauszufinden, welche Marketingkanäle von deinen zukünftigen Kunden genutzt werden, musst du dir zunächst einen Überblick über die große Palette an Marketingkanälen machen. Schreib dafür alle Kanäle und Plattformen untereinander auf, die dir einfallen.

Hier eine kleine Auswahl über mögliche Marketingkanäle für dein neues Design:

  • Website
  • Online Shops
  • Foren zu deinem Thema
  • Blogs
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Podcast
  • Videos
  • Empfehlung
  • Pinterest
  • Social Media
  • Newsletter
  • Werbung (in Print und Online)
  • Interviews
  • PR
  • Speaker-Auftritte
  • Direktverkäufe (Offline und Online)
  • Fernsehen oder Radio
  • Plakate und Flyer

Frage 1: Welche Marketingkanäle passen zu deinen Kunden?

Die Liste ist ganz schön lang, oder? Und es nur die Spitze des Marketing-Eisbergs.

Dir sind sicher spontan noch 3-4 weitere Kanäle eingefallen, die hier nicht in der Liste stehen.

Wie gut, dass du jetzt direkt mit dem Streichen und Verkürzen der Liste anfangen kannst. Prüfe dafür jeden Kanal und schaue, ob sich deine Kunden da überhaupt aufhalten.

  • Hören deine (zukünftigen) Kunden Podcasts?
  • Schauen und suchen sie nach Videos zu deinem Produkt?
  • Gehen sie zu Veranstaltungen und Events?
  • Lesen sie in Foren und suchen dort Tipps und Angebote?

Ja, ich weiß, diese Recherche ist langatmig. Aber du kannst ja auch deine Erkenntnisse aus Schritt 1 – Marktanalyse nutzen. Da hast du schon viel zu deinem Markt und den Käufern erfahren. Das hilft dir jetzt.

Frage 2: Welche Marketingkanäle machen dir die Arbeit leichter, weil du sie mehrfach nutzen kannst?

Jetzt kommen wir an eine Stelle, die ich persönlich liebe. Wir gucken, was praktisch UND nützlich für dein Marketing ist.

Wenn du schon mal mit mir gearbeitet hast, dann weißt du, dass ich immer versuche, so praktisch wie möglich zu handeln. Ich hab keine Lust und keine Zeit, Dinge doppelt und dreifach zu machen. Das gilt vor allem für das Marketing, denn das ist ein richtiges Zeitfresser-Monster.

Jetzt fragst du dich: Worüber spricht Gudrun? Was meint sie denn?

Keine Sorge, es ist ganz einfach.

Bei mir fassen alle Marketingaktionen ineinander und bauen aufeinander auf. Darum plane und wähle ich meine Marketingkanäle so aus, dass ich mit einem Arbeitsschritt Material für mehrere Kanäle erhalte.

Hier ein gutes Beispiel:
Ich schreibe einen Blogartikel und habe die Titel-Grafik in einem Format, dass ich so direkt bei Pinterest veröffentlichen kann. (Falls du dich schon immer gefragt hast, warum bei Achtung Designer alle Artikel Hochformat-Grafiken haben … Ja, für Pinterest. 1 Grafik = 2 Marketingkanäle.)

Noch ein gutes Beispiel:
Ich teile einen Blogartikel immer in Absätze, die jeweils ein Thema behandeln. Für Instagram nehme ich jeweils einen Absatz/Thema und mache daraus einen Post. So habe ich immer Themen für meinen Insta-Feed. (Oder anders gesagt 1 Artikel = 2-4 Social Media-Posts.)

Ein schlechtes Beispiel:
Einfach irgendwas auf Insta, Facebook, Twitter und Co. posten, dass keinen Bezug zu meinen unternehmerischen Angeboten, Zielen oder Plänen hat. Nur, weil ich schon so lange nichts mehr veröffentlicht habe. (1 Social Media Post = ?)

Und bevor du jetzt nervös wirst: Ich weiß, dass es auch viele Kreative gibt, die alles spontan posten und damit absolut zufrieden sind. Während sie mein kontinuierliches Vorgehen langweilig, nervig oder was auch immer finden. Für mich ist das völlig okay. Ich sag ja nicht, dass mein Weg zu jedem passt. Das muss er auch gar nicht. Aber er passt sehr gut zu mir und meiner Arbeitsweise. Entscheide selbst, ob er auch zu dir passt.

Ich denke vom Großen zum Kleinen und suche meine Marketingkanäle entsprechend aus. Zuerst brauche ich ein großes und umfangreichen Content-Stück (Artikel, Video, Podcast, Interview, …). Dann kann ich das in „Snacks“ zerteilen und für die anderen Marketingkanäle nutzen (Social Media beispielsweise).

Marketingkanäle, die nur für sich alleine stehen, versuche ich zu vermeiden. Ich hab ja kein 10-köpfiges Marketing-Team im Hintergrund, sondern muss gucken, wie ich es alleine schaffe.

Wenn es dir genauso geht, dann guck mal, welche Marketingkanäle von deiner Liste sich für dieses Vorgehen besonders eigenen und streiche die anderen weg.

Frage 3: Welche Marketingkanäle magst du besonders gerne?

Endlich! Jetzt geht es nur noch um dich und deine Vorlieben. Die ursprüngliche Liste hat sich schon gut zusammengekürzt – das ist schon mal ein gutes Gefühl. Bei den Marketingkanälen, die jetzt noch übrig sind, kannst du jetzt die entscheidenden 1-3 Kanäle auswählen, die du besonders gerne magst.

Warum nur 1-3 Marketingkanäle? Sind das nicht zu wenig?

Nein, sind es nicht. Schon 2 Kanäle regelmäßig und mit guten Inhalten zu füllen, kostet dich viel Zeit. Zeit, die du am Angang nicht viel hast, weil du ja auch noch dein eigentliches Designprodukt entwickeln willst.

Also gilt: Qualität vor Quantität! Immer!

Die Liste der Marketingkanäle für dein Designprodukt ist noch immer zu lang?

Du hast die drei Fragen für dich beantwortet, aber deine Liste ist nicht merklich kürzer geworden? Mist! Was machst du falsch?

Gar nichts. Alles ist gut, mach dich nicht verrückt. Hier habe ich noch mal 3 Gedanken für dich, die dir dabei helfen, die Auswahl weiter einzuschränken:

1. Kennst du dich mit dem Marketingkanal aus?

Klar kannst du alles lernen, aber willst du das gerade? Hast du Zeit frei, um dich in einen ganz neuen Marketingkanal einzuarbeiten? Oder willst du die Kapazitäten lieber für dein Designprodukt nutzen?

Ja, das hab ich mir gedacht. Streiche einfach alles weg, mit dem du dich nicht gut auskennst. Du kannst es ja später wieder hinzufügen, wenn du mehr Zeit hast.

2. Wie viel Zeit hast du für dein Marketing?

Auch wenn du darauf achtest, dass deine Marketingkanäle ineinandergreifen (siehe Frage 2 oben) dauern einige Dinge länger als andere. Blogartikel und Podcasts sind cool, wirken langfristig UND dauern in der Herstellung ziemlich lange. Werbung in Instagram oder Facebook kannst du schon in 30 Minuten schalten.

Wenn du gerade nicht viel Zeit hast, dann streiche die Marketingkanäle weg, die zu lange dauern.

3. Wann siehst du erste Ergebnisse?

Ich bin ungeduldig. Du bist ungeduldig. Wir alle sind ungeduldig, wenn es um so etwas Wichtiges wie unsere eigenen Designprodukte geht. Willst du schnelle Ergebnisse für deine Marketing-Aktionen, dann überleg dir, welche Marketingkanäle sich dafür eigenen. Aber Vorsicht: Erfahrungsgemäß kosten schnelle Ergebnisse mehr Geld als langfristige Lösungen. Werbung funktioniert unmittelbar, ist aber teuer. Wenn du selbst einen Blogartikel schreibst, kostet es dich kein Geld, bringt aber auch nicht sofort Ergebnisse.

Die Frage ist, was du willst. Also zück deinen Stift und streiche, was nicht zu deinen Zielen passt.

Meine Ergebnisse für die Auswahl der Marketingkanäle

Mit Marketing befasse ich mich schon lange und ich hab in der Vergangenheit bei unterschiedlichen Projekten verschiedene Wege ausprobiert. Das kommt mir jetzt zugute, denn ich habe so meine Favoriten, mit denen ich gut arbeiten kann.

Das sind meine Ergebnisse für Schritt 3:

  • Zentrum für meine Designprodukte wird die eigene Website.
    (Warum habe ich schon in Schritt 2 erklärt.)
  • Ein Blog, mit regelmäßigen Meerschweinchen-Artikeln, soll der Start für alle Marketing-Aktionen sein. So finden Menschen zu mir, die sich für mein Thema interessieren und sie sehen gleichzeitig meine Designs und Zeichnungen.
  • Bei den Artikeln achte ich auf die Suchmaschinenoptimierung, um besser bei Google und Co. gefunden zu werden. Das bringt wieder neue Interessenten auf meine Website und zu meinen Produkten.
  • Instagram ist der dritte Marketingkanal, für den ich mich entschieden habe. Es gibt so viele Fans für mein Thema auf Insta, wie ich durch meine Recherchen weiß. Außerdem kann ich dort die vielen Fotos unserer Schweineriche + meine Designs prima zeigen.
  • Das reicht auch schon für den Start!
  • Mit Pinterest habe ich lange geliebäugelt. Aber ich will die Anzahl der Kanäle zunächst klein halten, darum muss Pinterest noch warten.

Dann kann es jetzt ja losgehen! Ich kümmere mich als Nächstes darum, die Website inklusive Blog aufzusetzen, den Hoster auszusuchen und das grundsätzliche „Look & Feel“ festzulegen. (Schritt 4) Auch um Instagram kümmere ich mich jetzt schon, damit der Account pünktlich zum Start vorbereitet ist.

Wie ist es bei dir und deinen Designideen?

Für welche Marketingkanäle hast du dich entscheiden?


Alle Artikel aus dieser Serie #EigeneDesignProdukte:



Der Artikel wurde im August 2021 veröffentlicht.

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