Eigene Designprodukte // Schritt 2 - Wie kannst du mit eigenen Designs Geld verdienen?

Wenn du als Designerin oder Kreativer selbstständig bist, willst du mit deiner Arbeit Geld verdienen. Das ist logisch und klar wie Kloßbrühe! Denn ohne Geld kannst du deine Miete nicht zahlen und hast keinen Freiraum, um neuen kreativen Projekte anzupacken. Bleibt die große Frage im Raum, wie man das hinbekommt. Wie kannst du mit deinen eigenen Designs Geld verdienen? Genau darum geht es geht es heute in Schritt 2. Ich werde mir einen Überblick über die potenziellen Einnahmequellen für mein Designprodukt verschaffen und dann entscheiden, was für mich infrage kommt und was ich jetzt schon ausschließen kann.

Welche Einnahmequellen für Designer gibt es?

Guckt man genau hin, dann gibt es nur 3 Wege, um als selbstständige Designerin oder Designer Geld zu verdienen. Entweder arbeitest du für dich selbst, für Kunden arbeiten oder du bist in der Mitte zwischen beiden Seiten.

Wenn du für Kunden arbeitest, nutzt du deine Ideen und Kreativität, um die Projekte deiner Kunden zu gestalten. Jeder Auftrag ist neu, anders und bringt individuelle Herausforderungen mit sich. Ist der Auftrag fertig, stellst du deine Rechnung und bist raus.

Beispiel: Ein Auftrag für eine Website inklusive Webdesign.

Bei eigenen Designprojekten bist du Auftraggeber und Umsetzer in einem. Du kannst dir alles ausdenken, alles machen und das genauso, wie es dir gefällt. Diese Freiheit ist großartig! ABER du trägst auch die volle Verantwortung und wenn zum Schluss nichts dabei rauskommt, bleibst du auf den entstandenen Kosten sitzen. Verkaufen sich die eigenen Designs hingegen wie warme Semmel, dann ist das die beste Art zu arbeiten, die ich mir vorstellen kann.

Beispiel: Ich gestalte mir selbst eine Website und setze sie so um, wie ich sie haben will.

Ein dritter Weg für Einnahmen ergibt sich, wenn man den Arbeitsbereich von uns Kreativen ausweitet. Beratung, Vermittlung, Konzeption – das alles gehört aus meiner Sicht zu einem gut durchdachten Designprozess dazu, auch wenn es nicht zu den rein gestaltenden Arbeiten zählt. Dabei ist der Designer das Bindeglied zwischen dem was der Auftraggeber will und dem was der Endnutzer braucht.

Beispiel: Der Kunde will eine Website, die mehr Verkäufe erzielt. Dafür muss der Endkunde diese Website leicht bedienen können und sie muss machen, was er erwartet. Der Designer ist in der Mitte und entwickelt ein Konzept, das beide Seiten zufrieden stellt. (Und setzt das Konzept dann im zweiten Schritt als Webdesign um.)

Für Kunden arbeiten

Die erste und ganz klassische Möglichkeit als Designer Geld zu verdienen sind Aufträge für Kunden. Wie das funktioniert und abläuft kannst du in diesem Artikel ausführlich nachlesen.  Die Herausforderung an diesem Selbstversuch ist aber, dass ich mein eigenes Designprodukt entwickeln will. Darum schließe ich diesen ganzen Bereich direkt aus.

Zwischen Kunde und Endnutzer arbeiten

Das ist Mischform, von der ich eingangs schon gesprochen habe. In diese Gruppe zähle ich alles, was Einnahmen nicht direkt aus dem geplanten Designprodukt generiert, sondern indirekt zustande kommt. Dazu zählen beispielsweise:

  • Kooperationen
  • Affiliate-Provisionen
  • Werbeeinnahmen

Damit du auf diesem Weg als Designer Geld verdienst, brauchst du eine große Reichweite für dein Label oder deine Außenkanäle. Wenn du frisch startest, hast du das noch nicht. Darum stelle ich auch diesen Bereich hinten an. Das wird erst zu einem späteren Zeitpunkt interessant.

Für dich selbst arbeiten

Wenn du deine eigenen Designs entwickelst und anbietest, gibt es eine ganze Reihe von Wegen das umzusetzen. Was in deinem Fall genau infrage kommt, hängt sehr von deinem geplanten Produkt und deiner Arbeitsweise ab. Du kannst zum Beispiel:

  • eigene Zeichnungen, Bilder oder Illustrationen als Originale verkaufen
  • eine limitierte Anzahl von Drucken von deinen Designs verkaufen
  • deine Designs (z.B. Templates) als Kreativ-Ressource anbieten und über Online-Marktplätze anbieten
  • deine Designs als Basis nehmen, um mit ihnen Produkte bedrucken zu lassen (z.B. Tassen, Stoffe, Shirts)
  • anderen Interessierten zeigen, wie du deine Designs erstellst und so dein Wissen über deine Arbeit anbieten (z.B. Videoreihe)

Mein Tipp: Wenn du in Schritt 1 deine Marktrecherche machst, dann notiere dir direkt, wie die coolen Anbieter und Labels ihr Geld verdienen. Dann kannst du das schon als Orientierung für deine eigene Entscheidung nutzen.

Entscheide erst, wie du arbeiten willst & dann wie du mit deinen Designs Geld verdienst

In deinem Kopf ploppt sofort eine gute Idee nach der nächsten auf? Super! Dann schreib sie alle auf, aber entscheide dich noch nicht für einen Weg. Denn noch hast du einen ganz wichtigen Part überhaupt nicht bedacht: die Frage wie du arbeiten willst.

Hör einmal in dich hinein und beantworte dir ehrlich die folgenden Fragen:

#1: Wie viel Zeit kannst und willst du in deine Designprodukte stecken?

Geht es dir ein bisschen wie mir, dann hast du immer mehr als ein Projekt am Laufen. (Und noch mindestens zwei neue Ideen, die auf deiner Wunschliste stehen.) Tatsache ist aber, dass man nicht alles machen kann, was man will. Zumindest nicht zur gleichen Zeit.

Hier lohnt sich ein realistischer Blick in deinen Kalender, damit du weißt wie viel Zeit du tatsächlich in deine Designprodukte stecken kannst. Wenn es nur 3 Stunden pro Woche sind, dann fällt ein umfangreicher selbstgehosteter Onlineshop mit zig neuen Produkten pro Monat schon einmal raus. (Es sei denn du hast genügend finanzielle Mittel in der Hinterhand, um die Unterstützung einzukaufen.) Hast du 3 Tage pro Woche für deine Designprodukte, dann sieht das schon ganz anders aus.

#2: Willst du ein Design entwerfen oder eine ganze Reihe von Designs?

Überlege dir als nächstes, wie umfangreich dein Designprodukt sein soll.

  • Möchtest du nur eine kleine Auflage haben und dich ganz auf wenige besondere Einzelstücke konzentrieren?
  • Oder soll es eine ganze Reihe von Designs geben, die regelmäßig erweitert, verändert und ausgebaut werden?
  • Was passt besser zu dir und deiner Art zu gestalten?

Ist dir jetzt schon klar, dass du eine Produktidee hast, die ständig erweitert wird, dann guck noch mal auf dein Thema. Kannst du dir vorstellen auch in 2 Jahren noch regelmäßig neue Ideen rund um diesen Themenbereich zu gestalten? Oder langweilt (schreckt) es dich schon beim Gedanken daran? Vielleicht musst du dein Thema noch einmal überdenken und verändern, damit es dich langfristig inspiriert und begeistert. Noch ist alles offen und du kannst in Ruhe an deiner Idee feilen.

#3: Willst du nur den kreativen Prozess übernehmen oder auch Herstellung, Logistik, Lagerung und den Kundensupport?

Bei dieser Frage geht es nicht nur um das, was du gerne machen willst, sondern auch um den Platz und die Ressourcen, die dir zur Verfügung stehen. Wenn du in einer Einraumwohnung lebst, aber zig verschiedene Shirts, Tassen, Postkarten, Stoffe und Handyhüllen mit deinen Designs verkaufen willst, kommst du schnell an deine Grenzen.

  • Wer verschickt die Designprodukte an deine Kunden?
  • Willst du wirklich alle 2 Tage mit einem Paketberg zur Post laufen?
  • Und wer packt die Pakete?
  • Willst du jedem Kunden eine persönliche Botschaft mitgeben oder sind anonyme Standardsendungen okay für dich?

Es gibt eine ganze Reihe von professionellen Anbietern, die dir diesen Part abnehmen. Klar kostet dich das zusätzliches Geld aber es macht dir das Leben auch einfacher. Anders herum kann es auch sehr schön sein, die Designs persönlich zu verpacken und ihnen deine ganz eigenen Note zu geben. Oder du setzt von vornherein auf digitale Produkte und umgehst das ganze Thema.

Alles ist möglich, aber du musst wissen, was dir wichtig ist.

#4: Sollen deine Designprodukte skalierbar sein oder Einzelstücke?

Einzelstücke sind wertvoll und einzigartig. Vorteile ist, dass du sie zu einem höheren Preis verkaufen kannst und sie etwas Besonderes sind. Nachteil ist gleichzeitig, dass du immer nur ein Stück zu einem Zeitpunkt gestalten kannst. Das begrenzt die Menge an Designprodukten, die du anbieten kannst.

Skalierbare Designprodukte erstellst du einmal, bringst sie aber in eine Form, die sich beliebig oft verkaufen lässt. Das ist beispielsweise eine Website-Template, das du auf einer Online-Plattform zum Verkauf anbietest. Jeder kann es dort kaufen, so oft und so lange, wie du es anbietest. Der größte Vorteil ist, dass du deine Arbeit mehr als einmal verkaufen kannst. Ob das Website-Template einmal oder hundertmal gekauft wird, macht für dich keinen Unterschied. Für dein Bankkonto schon!

#5: Sollen deine Designprodukte Teil deines bestehenden Business sein? Oder startest du neu?

Zum aktuellen Zeitpunkt brauchst du diese Frage noch nicht zu 100% beantworten, weil sie später noch einmal im Detail auftaucht. Erfahrungsgemäß kannst du jetzt aber schon einschätzen, was für dich auf keinen Fall infrage kommt. (Wegstreichen ist ja oft viel leichter, als festzulegen was du machen willst.) Überlege dir, ob du für deine Designprodukte eine ganz neue Umgebung schaffst oder ob du es an dein bestehendes Design Business angliederst.

Wenn deine Designprodukte sehr nah an dem sind, was du auch als Designer anbietest, dann kannst du sie problemlos in dein bisheriges Business integrieren. Du profitierst außerdem von der Reichweite, die du dir schon aufgebaut hast und hast schon einen Kundenstamm.

Beispiel: Du bist Designerin für Hochzeitspapeterie und bietest jetzt mehrere fertig vorbereitet Sets für die Brautpaare an.

Schwebt dir ein ganz neues Designprodukt vor, das wenig oder gar nichts mit deinen bisherigen Designdienstleistungen zu tun hat, dann wird es ein Neustart. Du hast alle Freiheiten und die Welt steht dir offen. Das heißt aber auch, dass du ganz von vorne ohne Website, Reichweite und Kunden beginnst.

Beispiel: Du bist Designerin für Infografiken und willst Designprodukte rund um das Thema Meerschweinchen anbieten. (Ja, ich meine mich. ;) )

Mit eigenen Designs Geld verdienen – Meine Ergebnisse

Zeit für Ergebnisse! Ich bin die verschiedenen Überlegungen und Möglichkeiten in Ruhe durchgegangen und hab sie für meine Meerschweinchen-Designprodukte abgewogen. Gar nicht so einfach, wie ich gedacht habe …

Unterm Strich sind das meine Ergebnisse:

  • Ich möchte nur für mich ganz frei arbeiten und Ideen entwickeln. Kundenprojekte sind raus. Kooperationen, Affiliate und Werbung können später bei ausreichender Reichweite hinzukommen, spielen aber jetzt noch keine Rolle.
  • Für die ganze Idee starte ich ein komplett neu bei null – inklusive neuer Website & Co.
  • Es werden skalierbare Designprodukte.
  • Es soll eine ganze Reihe von Designs geben, die regelmäßig erweitert werden.
  • Mein Fokus liegt auf dem kreativen Prozess, also werde ich einen Anbieter suchen, der die Umsetzung, Logistik und Auslieferung übernimmt.
  • Zeit ist und bleibt mein größter Engpass. Die Kinder kommen mittags von der Schule, sodass ich nur die Vormittage zum Arbeiten habe. Ich plane für das Projekt 1 Stunde pro Tag – sprich 5 Stunden pro Woche.
  • Schnelle, smarte und übergreifende Arbeitsschritte sind darum besonders wichtig für mich. Das wird später bei der Auswahl meiner Verkaufsplattformen, der Software oder von Tools noch einmal wichtig werden.

Der Selbstversuch nimmt Fahrt auf und ich hab soooo Lust endlich mit den eigentlichen Produkten loszulegen. Vorher kommt aber noch die Auswahl meiner zukünftigen Außenkanäle und die Frage, ob ich auch direkt auf Social Media setze oder nicht. (Schritt 3) Das es eine neue Website gibt, habe ich ja heute schon entschieden. Die werde ich dann auch aufsetzen und einrichten. (Schritt 4)

Wie steht es denn bei dir? Hast du auch schon deine Idee aus der Schublade gezogen und lotest gerade aus, wie du deine eigenen Designprodukte umsetzt? Schreib mir gerne in die Kommentare, wo du stehst.


Alle Artikel aus dieser Serie #EigeneDesignProdukte:



Der Artikel wurde im August 2021 veröffentlicht.

Du willst auch eine Vorlage für dein Design-Briefing? Dann hol dir jetzt mein PDF. Mehr brauchst du nicht, um sofort anzufangen.

Cool! Ich will auch das Briefing

Noch keine Kommentare vorhanden.

Was denkst du?