Katrin de Buhr, Gründerin der DESIGNSTUUV, im Interview

Es gibt so viele gute Gründe, wenn man als Designer den Schritt in die Selbstständigkeit wagt. Meine Gründe kenne ich, aber wie sieht das bei anderen Designern aus? Was hat diese tollen kreativen Köpfe dazu gebracht, alles auf eine Karte zu setzen und das eigene Glück in die Hände zu nehmen? Das erfährt man am Besten, indem man nachfragt!

Das habe ich gemacht und eine Interviewreihe gestartet. Wir beginnen mit Katrin de Buhr im hohen Norden, im schönen Ostfriesland.

Interview - Foto von Katrin de Buhr // Designstuuv

Katrin de Buhr (36) ist Grafikerin und betreibt die Werbeagentur DESIGNSTUUV in Aurich/Ostfriesland. Ihr Schwerpunkt liegt in der Konzeption von Corporate Designs und darauf aufbauend allen Werbemaßnahmen im Print und Online. Dabei bedient sie sich in der Visualisierung ebenso den klassischen Skizzen, wie auch den multimedialen Möglichkeiten. Katrin lebt in frischer Nordseeluft, ist verheiratete Mutter von drei Söhnen und läßt sich am liebsten von frische Ideen umwehen bei Spaziergängen mit ihren Hunden.

Katrin, wie kam es dazu, das du dich selbstständig gemacht hast?

Nach einigen Jahren in großen Werbeagenturen störte mich zunehmend die fehlende Kommunikation mit den Kunden. Es gab immer einen Kontakter zwischen uns, der mir die Wünsche und Reaktionen des Kunden übermittelte. Mir fehlten entscheidende Informationen, wie z.B. das Bauchgefühl und die Menschenkenntnis. Meine Kollegen in Süddeutschland hingegen waren häufig nebenbei als Freelancer tätig und dort kam mir das erste Mal die Idee, dass diese Möglichkeit mich viel näher an meine Kunden bringt.

Die freiberufliche Arbeit testete ich damals am Bodensee sanft aus einer festen Stellung in einer Werbeagentur heraus. Der große Sprung in die Selbstständigkeit kam dann nach der Geburt meines zweiten Kindes und dem damit verbundenen Umzug in den Norden, wo wir gleich im neuen Haus das Büro mit einbauen lassen konnten. Das war für meine Familie wie auch für mich beruflich ein großer Schritt und der Beginn von DESIGNSTUUV.

Was schätzt du an deiner Selbstständigkeit am meisten und was ist die größte Herausforderung für dich?

Ich liebe es, ganzheitlich zu arbeiten. Darum schätze am meisten, dass ich durch die direkte Zusammenarbeit mit meinen Kunden Ihre Wünsche und Unternehmensziele auf allen Ebenen umsetzen kann. Dadurch habe ich die Möglichkeit vielfältig zu arbeiten und alle meine Möglichkeiten auszuschöpfen. Jeder Tag birgt spannende Herausforderungen. Konkret bedeutet das, dass ich zum Grafikdesign oft Bilder oder Bildideen entwickle und den Text gleich dazu entwerfe. Und da ich alles in einer Hand habe, denke ich bei allem auch gleich an die weiteren Verwendungsmöglichkeiten in Homepages und Socialmediakanälen. Durch die Selbstständigkeit wechseln laufend die Aufgaben und Menschen und mein Arbeitsbereich bleibt spannend und kreativ.

Der größte Vorteil – das Büro im Haus – ist für mich auch meine größte Herausforderung. Dadurch bin ich natürlich sehr schnell und gut erreichbar, habe aber wenig Rückzugsmöglichkeiten, denn es wartet immer noch Arbeit im Büro. Und auch da hilft: der Hund muss raus.

Die Kreativszene entwickelt sich schnell. Wie informierst du dich über Trends & Hintergründe oder bildest dich weiter?

In unserem Bereich ist Stillstand nicht möglich. Wir lernen mit jedem neuen Projekt und entwickeln uns ebenso schnell wie die Trends. Grundsätzlich ist gelernt, gelernt. Die Basis sollte schon fundiert sein. Meine Updates hole ich mir aber laufend autodidaktisch und arbeite immer mit der aktuellsten Soft- und Hardware. Auch der Bleistift darf gut angespitzt sein. Ich muss sagen, dass ich als Mutter von drei Kindern die Onlineweiterbildung am stärksten nutze. Programmneuheiten und Weiterbildungen lerne ich abends auf dem Sofa mit video-to-brain.

Coworking-Spaces, Meetups oder Social Media – Wie hältst du den kreativen Kontakt zu anderen Designern?

Sehr viel. Ich liebe den Austausch mit Kollegen und befreundeten Designern und wir schieben uns auch hin und wieder Projekte zu, je nach dem „wer wieviel zu tun hat“ oder bei welchem Kunden und Designer die Chemie besser stimmt. Denn im Grunde ist das entscheidend für den Erfolg eines Projektes: ob man sich mag und sich vertraut.

Welchen Tipp würdest du einem anderen Designer geben, der mit dem Gedanken spielt sich selbstständig zu machen?

In erster Linie auf sein Bauchgefühl zu hören bei allen Entscheidungen und möglichst zu lernen, wie man sich frei macht von finanziellem Druck im Kopf. Denn man kann nur wirklich ganzheitliche Projekte umsetzen, wenn man völlig frei an die Sache geht und sich dem Ziel verschreibt, das bestmögliche für den Kunden umzusetzen.

Und wenn man merkt, dass man sich verbeisst, aufhören. Rechner aus. Eine Runde mit dem Hund raus oder mit den Kids puzzeln. Und danach läuft es fast wie von selber.

Vielen Dank Katrin, für das Interview und das du deine Erfahrungen mit uns teilst!

Das Interview wurde im Juni 2015 geführt.

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